Mittwoch, 23. September 2015

Der Raupe neue Kleider

Hallo lieber Leser,

seitdem es jetzt an einigen Tagen schon spürbar herbstlich wird habe ich Lust bekommen mich mal am Kleidungsstricken zu versuchen. Schnell war dafür ein Kleid auserkoren. Gefunden auf der fantastischen Seite von Dropsdesign, für die die sie noch nicht kennen.

Die Geschichte der "Kleid-Entstehung" hast Du vielleicht schon auf Facebook mitbekommen. Insgesamt lief alles überraschend flüssig. Abwechselnd wurde Wolle kardiert, gesponnen oder eben verstrickt. Es wurde also nicht langweilig.
Die Schafwolle stammt übrigens aus der Umgebung, von verschiedenen Freunden und Bekannten von mir und zwar von einem weißen Merinoschaf und aus einem Gemisch von zwei braunen Schäfchen über deren Rasse ich nichts genaueres weiß - alles geschenkt bekommen! :)

Viel mehr gibt es eigentlich gar nicht zu erzählen. Du siehst hier noch einmal ein paar Bilder, die ich größtenteils schon auf meiner Facebook-Seite gezeigt habe.


Ich möchte abschließend noch einen Kommentar zu einigen Leuten verlieren, die derartige Arbeiten leicht ironisch mit "Öko" betiteln, weil es mich manchmal wirklich ärgert. Ich mache sowas nicht um "Öko" zu sein oder um auf eine derzeit populäre Welle aufzuspringen, sondern weil es mich freut etwas von Anfang an selbst zu machen, nur mit eigenen Mitteln und Können. (Dieses Schubladendenken nervt mich sowieso, aber das nur am Rande...). Ich beschäftige mich mit alten Fertigkeiten, einfach weil es spannend und entspannend für mich ist und darum geht es mir. Außerdem gibt es kein schöneres Gefühl, als etwas selbst zu "erschaffen" ;)
Ich hoffe, dieses kurze Statement verärgert keinen, aber es war mir mal wichtig das loszuwerden. Bitte nicht falsch auffassen.


Du hörst demnächst bestimmt wieder von mir, denn ich bin eifrig am Spinnen, Sticken und Nadelbinden und das Kleidungsstricken hat mich definitiv infiziert!!!

Schöne Tage wünscht
Deine Seidenraupe



Donnerstag, 3. September 2015

"Einiges über Seide" oder "Von Seidenspinnern und Leuten die Seide spinnen"

Hallo lieber Leser,

in den letzten zwei Wochen habe ich mich mal etwas ausgiebiger mit Seide beschäftigt und Seide gesponnen und möchte meine Erfahrungen gerne mit Dir teilen.

Seide wird, wie sicherlich bekannt ist, aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen. Die Seide ist eine Proteinfaser, die von den Raupen durch eine Drüse produziert wird. Theoretisch ist es eine Endlosfaser, weil die Raupen sich ohne Unterbrechung verpuppen.

Die beiden Seidenarten die ich in den letzten Wochen versponnen habe sind Maulbeerseide und Tussahseide, wobei die erste von den Puppen des Maulbeerspinners und die zweite aus den Kokons des Eichenspinners gewonnen wird. Schon rein oberflächlich unterscheiden sich diese beiden Arten der Seide. Die Tussahseide ist etwas bräunlicher und der Faden auch minimal stärker als die reinweiße Maulbeerseide.
Es gibt aber noch einen anderen wichtigen Unterschied, der für einige vielleicht ein ausschlaggebendes Kriterium für den Kauf oder "Nichtkauf" von Seide darstellen wird. Die Maulbeerspinner werden heutzutage in großen Zuchtbetrieben (beispielsweise in Brasilien) aufgezogen und nach der Verpuppung der Raupen abgetötet. Dadurch gelangt man an den bereits erwähnten Endlosfaden, der dann einfach vom Kokon abgewickelt werden kann.

Bei der Tussahseide handelt es sich im Gegenzug um eine Wildseide. Hier wird der Kokon erst nach dem Schlüpfen des Schmetterlings verwendet. Der Faden ist somit an den Stellen, an denen sich der Schmetterling durch den Kokon "gefressen" hat, gerissen. Es ist also keine Endlosfaser mehr und die Qualität ist nicht ganz so hoch.
Die traditionelle Seidenraupenzucht funktionierte übrigens schon immer wie bei den Maulbeerraupen beschrieben, die Kokons wurden abgetötet.
Maulbeerseide, 97g, 730m, zweifädig
Ich denke, dass ist einfach eine Sache über die man mal Nachdenken sollte bevor man Seide spinnt oder sich Seidenstoffe kauft. Für einen Vegetarier ist es sicherlich ein Grund keine Maulbeerseide zu tragen, aber über die Verwendung von Tussah- oder anderen Wildseiden gibt es, meiner Meinung nach, keinerlei Bedenken. Die Kokons sind ja quasi nach dem Schlüpfen des Falters ein Abfallprodukt. Ich persönlich werde auch weiterhin  - in Maßen und mit Bedacht - Zuchtseide benutzen, da dieses Material faszinierend ist.

Jetzt würde ich aber gerne noch was über die Spinneigenschaften dieser beiden Fasern sagen. Die Maulbeerseide lässt sich, mit etwas Übung, sehr gut verspinnen. Es ist aber definitiv etwas anderes als Wolle zu verspinnen. Durch die sehr langen und vor allem sehr stabilen Fasern bedarf es einiger Kraft. Dafür aber liegen die Fasern super in der Hand und es fühlt sich fantastisch an. Maulbeerseide kann man bedenkenlos zu einem seeeeehr dünnen Faden verspinnen, denn Seide ist die reissfesteste Faser mit der ich bisher gearbeitet habe. Ich werde zukünftig sicherlich Stickgarne aus Seide herstellen. Die Maulbeerseide die ich hier gesponnen habe ist zweifädig, aber ich denke, dass man sie sogar einfädig sehr gut benutzen kann. Ich werde das demnächst mal überprüfen!

Tussahseide, 101g, 540m, dreifädig
Tussahseide lässt sich im Vergleich leichter spinnen, wenn man es gewohnt ist mit Wolle zu arbeiten. Das Gefühl habe ich als ähnlich empfunden. Auch diese Fasern gleiten weich durch die Hände, das Gefühl ist sehr schön! Allerdings wirkt der Einzelfaden im Vergleich zur Maulbeerseide recht stumpf, der "Seidenglanz" fehlt. Nach dem Verzwirnen (in meinem Falle Navajogezwirnt) kommt der Glanz jedoch ganz gut zur Geltung, wenn auch nicht so stark wie bei der Zuchtseide. Auch die Reissfestigkeit ist nicht ganz so ausgeprägt wie bei der Maulbeerseide, leider ist mit der sehr dünne Faden beim Verzwirnen 2-3 Mal gerissen...Der fertige Faden ist, trotz meines Frustes, jedoch wunderschön geworden und ich freue mich schon auf das Verarbeiten!

Als Fazit kann ich sagen, dass beide Fasern durchaus ihren Reiz haben und ich denke, ich werde mit beiden Fasern auch demnächst wieder arbeiten. Die Maulbeerseide vielleicht wirklich als Nähgarn oder als Beimischung zu anderen Fasern und die Tussahseide ist bestimmt fantastisch für leichte und edle Lacetücher.
Wie sind Deine Erfahrungen und wie stehst Du zur Seide? Seide wird ja vor allem gerne in Kammzügen beigemischt, nutzt Du solche Mischungen gerne? Über Kommentare oder Diskussionsbeiträge würde ich mich wahnsinnig freuen.

Zum Abschluss habe ich noch zwei interessante Dokus auf Youtube zum Thema Seide für Dich herausgesucht, die mir sehr gut gefallen haben.
Die Erste handelt von der Geschichte der Seidenraupenzucht und von den Seidenraupen an sich. Sie enthält viele spannende Fakten von denen ich vorher gar keine Ahnung hatte. Oder wusstest Du, dass man im 2.Weltkrieg in Privathaushalten Seidenraupen züchtete, weil Seide das einzige Material war um Fallschirme herzustellen? Hier mehr dazu: Doku Seidenraupen


Die zweite Dokumentation zeigt eine Seidenweberei in Kambodscha. Hier geht es aber um mehr als nur um Seide, es geht um die Verarbeitung des Bürgerkriegs. Ein wirklich bewegender Bericht, der mal wieder zum Denken anregt: Doku Kambodscha

Ich hoffe, Dir hat mein Artikel gefallen und Du konntest etwas mitnehmen! Mehr von mir gibts auf Facebook.


Ich wünsche Dir einen schönen Tag und bis bald!
Deine Seidenraupe

Mittwoch, 19. August 2015

Zwischenberichte

Hallo lieber Leser,

falls Du meinen solltest, dass meine blogbezogene Abstinenz mit handarbeitlicher Faulheit zu begründen ist, liegst Du grundlegend falsch. ;)
Tatsächlich genieße ich derzeit meine freie Zeit mit Handarbeiten aller Art. Da es sich aber um so viele Projekte handelt, kommt die Arbeit insgesamt nicht so schnell voran, dass man ständig Blogeinträge erstellen könnte. Deshalb dachte ich, ich gewähre Dir heute mal einige Einblicke in unfertige Projekte und kleinere beendete Projekte.
Viel Spaß!

Ganz neu entdeckt habe ich für mich das Nadelbinden. Wenn Du magst, werde ich die Technik auch mal in einem Blog erklären. Momentan bin ich aber selbst noch am austesten. Stilecht habe ich meine ersten Nadeln selbst geschnitzt, mir aber jetzt auch beinerne Nadeln auf einem Mittelaltermarkt gegönnt.

Meine anderen Projekte möchte ich jetzt eigentlich nur durch Bilder präsentieren, da einzelne Erläuterungen eigentlich nicht notwendig sind.

Demnächst bestimmt mal wieder in redseligerer Stimmung
Eure Seidenraupe

















Montag, 3. August 2015

Anleitung für eine Häkel-Hummel



Huhu lieber Leser,

kürzlich hat sich ein Freund von mir eine gehäkelte Hummel gewünscht. Mit dem Ergebnis war ich so zufrieden, dass ich die Anleitung detailliert aufgeschrieben und zur Überprüfung nochmal nachgehäkelt habe.
Und somit bekommst Du heute von mir diese Amigurumi-Anleitung. Falls du eine (kostenlose) etwas übersichtlichere PDF-Version zum Abspeichern haben möchtest oder Fragen hast, schreibe mir einfach eine kurze Email an seidenraupenwolle@web.de.
Über Anregungen oder Korrekturen freue ich mich immer und falls Du eine Hummel gehäkelt hast, kannst Du sie auch gerne auf meiner Facebook-Seite teilen.

Viel Spaß beim nacharbeiten wünscht:
Deine Seidenraupe

Häkelanleitung für Seidenraupes Hummel
(Bilder können durch Anklicken vergrößert werden)

Ihr braucht:
  • beliebige Wolle in gelb, schwarz und weiß möglichst in der gleichen Stärke
  • Häkelnadel Nr. 2,5 (oder in der passenden Größe zu eurer Wolle)
  • Füllwatte
  • Wollnadel
  • Wackelaugen
  • schwarze Pfeifenreiniger
  • Textilkleber

So wirds gemacht:

(gehäkelt wird in Spiralen. Um den Reihenanfang zu erkennen benutze ich einen Markierungsfaden)




Körper:

(mit Farbe schwarz und einem Luftmaschenring beginnen)
  • Reihe 1: 6 feste Maschen in den Ring häkeln (6 M.)
  • R. 2: feste Maschen, jede Masche verdoppeln (12 M.)
  • R. 3feste Maschen, jede 2. Masche verdoppeln (18 M.)
  • R.4: feste Maschen, jede 3. Masche verdoppeln (24 M.)
  • R.5: feste Maschen, jede 4. Masche verdoppeln (30 M.)
  • R. 6-8: feste Maschen (30 M.)
zu gelb wechseln
  • R.9 und 10: feste Maschen (30 M.)
  • R. 11: feste Maschen, jede 4.+5. Masche zusammenhäkeln (24 M.)
  • R. 12: feste Maschen, jede 3.+4. Masche zusammenhäkeln (18 M)
wieder zu schwarz wechseln
  • R.13: feste Maschen, jede 3. Masche verdoppeln (24 M.)
  • R.14: feste Maschen, jede 4. Masche verdoppeln (30 M.)
  • R.15: feste Maschen, jede 5.Masche verdoppeln (36 M.)
  • R.16: feste Maschen (36 M.)
zu gelb wechseln
  • R. 17-20: feste Maschen
zu schwarz wechseln
  • R.20-21: feste Maschen
  • R.22: feste Maschen, die 18. und 36.Masche verdoppeln (38 M.)
  • R.23: feste Maschen (38 M.)


Jetzt mit den Pfeifenreinigern die Fühler und die drei Beinpaare gestalten. Jeweils im Inneren des Körpers ansetzen und beide Enden an den gewünschten Stellen durch die Maschen drücken. Ich habe pro Bauchstreifen ein Beinpaar befestigt. Anschließend könnt ihr die Beine und Fühler nach Belieben kürzen. Am besten ihr knickt die Enden um, damit die spitzen Enden nicht stören. Für Kleinkinder, solltet ihr die Beine häkeln.


Zu weiß wechseln
  • R.24-25: feste Maschen
  • R.26: feste Maschen, 18.+19. und die 37.+ 38. zusammenhäkeln (36 M.)
  • R.27: feste Maschen, jede 5.+ 6. Masche zusammenhäkeln (30 M.)
  • R.28: feste Maschen, jede 4.+ 5. Masche zusammenhäkeln (24 M.)
  • R.29: feste Maschen, jede 3.+ 4. Masche zusammenhäkeln (18 M.)
jetzt kann man den Körper ausstopfen
  • R.30: feste Maschen, jede 2.+ 3. Masche zusammenhäkeln
  • R.31: jede Masche mit der nächsten zusammenhäkeln

Faden abschneiden und vernähen. Der Körper ist fertig!

Flügel (2x häkeln):












mit weiß einen Luftmaschenring bilden
  • R.1: 6 feste Maschen in den Ring (6 M.)
  • R.2: jede Masche verdoppeln (12 M.)
  • R.3-10: feste Maschen
  • R.11-12: feste Maschen, jede 2.+ 3. Masche zusammenhäkeln

Kettmasche um das gehäkelte zu sichern. Ausstopfen, aber nicht zu prall. Faden abschneiden, hierbei aber ein längeres Stück zum vernähen übrig lassen.
Jetzt können die Flügel an den Körper genäht werden. Ich habe mir hierfür den ersten Farbwechsel als Ansatzpunkt ausgesucht.

Jetzt nur noch die Wackelaugen mit dem Textilkleber ankleben. Fertig :)




Sonntag, 19. Juli 2015

Wie ein Tuch entsteht...

Hallo lieber Leser,

heute möchte ich gar nicht viele Worte verschwenden, sondern eher die Bilder sprechen lassen. Ich habe gestern mal wieder ein Tuch fertig gestrickt. In diesem Falle handelt es sich um das Tuch "Heaven und Space" von Martina Behm. Diesmal kein Lace, sondern ein warmes Kuscheltuch!

Und hier kommen auch schon die Bilder:

Hier in der Mitte noch unversponnen mein Kammzug, Blue Face Leicester,
gefärbt vom Mondschaf

... beim Verspinnen -in seeeeeeehr dünn
... nach dem Verzwirnen
... fertig verzwirnt, dreifädig und immer noch seehr dünn!


gewickelt :3

Und tadaaaaaaa! Fertig!
Und damit verabschiede ich mich für heute! Bis bald

Deine Seidenraupe

Samstag, 11. Juli 2015

Wolle, Alaun und Zwiebelsud - Neues aus der Hexenküche!

Hallo lieber Leser,

das mit meinen Vorsätzen klappt ja mal wieder super... nicht wahr? Aber naja: einen Tag nach meinem letzten Blogeintrag habe ich meine Pfauenstola beendet... einen Beitrag darüber zu verfassen habe ich wohl verschwitzt.

Ganz im Gegensatz zu meiner "Blogfaulheit" war ich in den letzten zweieinhalb Wochen sehr fleißig! Ich habe gesponnen was das Zeug hält und habe inzwischen die Wolle für mein erstes großes Webprojekt gesponnen. Fehlt nur noch der Kettfaden, aber den bekomme ich dieses Wochenende bestimmt noch hin. Denn ich denke nach meiner letzten Woche habe ich mir einen faulen Wochenabschluss am Spinnrad verdient! Mehr zu der Zukunft meines Projektes möchte ich vorerst noch nicht sagen. Dafür werde ich Dir aber mehr über dessen "Vergangenheit" erzählen.

Gesplant war von Anfang an ein Projekt bei dem ich im Wesentlichen zwei leicht unterschiedliche Farbabstufungen von grün kombiniere. Um aber keine zwei Färbungen machen zu müssen, deren Resultat dann eventuell doch nicht zusammenpasst dachte ich mir, dass ich doch auch zwei unterschiedliche "Ausgangsschafe" nehmen könnte. Die Umsetzung stellte sich wie folgt dar: 50% der gesponnenen Wolle sind reinweißes Neuseelandlamm, schön dünn zweifädig augesponnen. Die zweite Hälfte besteht zu einem Faden aus ebendieser Lammwolle und zum anderen aus Meisel - jopps, ich dachte mir, es wäre doch schön mit Meisel mal ein richtiges Projekt zu starten (Falls du keine Ahnung hast wer Meisel ist: Das war eine alte Schafdame von Freunden, die mir netterweise ihre Wolle gegeben haben). Durch meine neue Kardiermaschine ist die Verarbeitung von Meiselhaar jetzt auch viel einfacher, als vorher mit meinen Handkarden. Gedacht, getan, inzwischen habe ich 1,2 km für mein Projekt gesponnen - zweifädig! Und dadurch, dass der zweite Faden aus einem hellen und einem dunklen Faden besteht, dachte ich, würde ich eine schöne Nuancierung hinbekommen.

Nomnomnom ... gewöhnungsbedürftiges Süppchen ;)
Als nächstes stellte sich mir die Frage des Färbens. Eigentlich bin ich davon ausgegangen (wie meistens) mit Säurefarben zu Färben. Allerdings habe ich diese Woche von einer eifrig für mich sammelnden Kommilitonin einen kleinen Sack roter Zwiebelschalen bekommen, welche ja auch grün Färben... Da dachte ich mir, dass ich es doch darauf ankommen lassen sollte - und ich würde nicht enttäuscht!!! All meine Bedenken, dass die Farbe zu wenig intensiv oder zu gelb sein könnte, haben sich in äußerstes Wohlgefallen aufgelöst. Aber sieh selbst:

Die Prozedur war simpel, wenn auch aufwendig:
Zunächst habe ich die Wolle (400g) gebeizt, indem ich sie mit ca. 50 g Alaun eine Stunde auf kleiner Flamme habe köcheln lassen. Nachdem ich die Wolle habe abkühlen lassen, schichtete ich Wolle und Zwiebelschalen (150g) in meinen großen Topf, bedeckte die "Sauerei" mit Wasser und ließ es wiederum eine Stunde köcheln. Danach die Wolle rausfischen, alle Zwiebelschalen rausfriemeln (*seufz*), die Wolle waschen und nochmal kurz in Wasser it Essigessenz nachbeizen lassen. Fertig!

Anfangs war ich sehr skeptisch, ob ich einen kräftigen Farbton hinbekomme, da ich nur 150g Schalen auf 400g Wolle hatte, denn theoretisch sollte das Verhältnis eins zu eins sein. Aber es hat ja doch ausgezeichnet geklappt. Mein Tipp also: Einfach probieren, es wird besser funktionieren als man denkt.

So... ich denke das war es einmal für heute. Fortsetzung über den Webvorgang folg!

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Deine Seidenraupe



Donnerstag, 25. Juni 2015

Das Leben nach der Bachelorarbeit...

... gibt es tatsächlich und es ist befreiend! ;)

Vor zwei Tagen habe ich sie endlich ins Prüfungsamt geschafft... So ganz aus meinem Kopf vertreiben konnte ich meine Bachelorarbeit zwar noch nicht, aber das ist wohl nicht verwunderlich: Ich habe mich ja auch ein halbes Jahr damit auseinandergesetzt. Und auch wenn demnächst noch Prüfungen anstehen, muss ich erstmal meinen Kopf freibekommen und mal ein paar Tage nichts tun... zumindest nichts für die Uni! Also mache ich mal blau für ein verlängertes Wochenende!

Dass der letzte Monat handarbeitlich eher frustrierend war, muss jetzt ausgeglichen werden - ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Momentan stapelt sich hier die Wolle und ich wasche eine Ladung nach der anderen (siehe oben). Vor einer Woche habe ich meine Kardiermaschine bekommen und habe sie heute zum ersten Mal richtig ausprobiert: Ich muss sagen, das ist schon ein geniales Gerätchen. Die Wolle von Meisel lies sich noch nie so gut und vor allem so regelmäßig verspinnen wie jetzt. Bei meinen Handkarden sind doch irgendwie immer diverse Knötchen beim Kämmen geblieben.

Aber das war noch nicht alles: Meine zweite Neuheit ist ein Webrahmen (eigentlich mein Geburtstagsgeschenk, aber mir fehlte die Geduld zu warten ;)) Den habe ich jetzt seit 4 Tagen und bin schon eifrig am rumprobieren... Ich spinne auch schon eifrig Wolle für mein erstes großes Projekt - aber dazu später mehr.

Ich wollte mich heute eigentlich nur im Alltag zurückmelden und da mir Einträge nach längeren Pausen immer irgendwie schwer fallen wollte ich es jetzt hinter mich bringen. Ich hoffe ich kann in den nächsten Tagen noch etwas mehr vorweisen als das.

Bis dahin wünsche ich schöne Tage und bis ganz demnächst! :)
Deine Seidenraupe