Freitag, 12. September 2014

Funktionsweise der Handspindel

Huhu lieber Leser!

Ich werde heute versuchen zu erklären wie man mit einer Handspindel spinnt. Gerade für die Anfänger (oder die die es werden wollen) möchte ich ein paar nützliche Hinweise geben, die auch mir als ich Spinnneuling war geholfen haben.



Die Handspindel ist ein sehr altes handwerkliches Gerät. Bereits in der Steinzeit hat man so Fäden gesponnen. Nachgewiesen sind Handspindeln in vielen Kulturen, wie zum Beispiel im Alten Ägypten oder Griechenland.
von oben nach unten: Alpaka, Neuseelandlamm, Coburger Fuchs (Schaf),
Corridale (Schaf), nebeneinander:Bambus, Baumwolle,Leinen
und Maulbeerseide
Während wir heute vorwiegend hölzerne Handspindeln kennen und benutzen, gibt es auch welche aus Metall oder gebranntem Ton. Es existieren diverse verschiedene Formen und Größen, aber die Funktionsweise unterscheidet sich im Wesentlichen nicht...
Gesponnen werden alle möglichen tierischen (Schaf, Alpaka, Angorakaninchen, Ziege...) Haare, aber es gibt auch viele pflanzliche (Leinen, Bambus, Baumwolle, Banane...) Fasern.

Das grundsätzliche Prinzip beim Spinnen (egal mit welchem Hilfsmittel) ist das verzwirnen mehrere Fasern, das heißt man erzeugt durch eine Drehbewegung einen Drall, der viele dünne Fasern oder Haare zu einem dickeren, stabileren Faden verdreht.

Doch nun konkret zu Handspindel. Wie Du auf dem Bild oben sehen kannst, besteht die Spindel aus einem Stab und einem "Teller", der Wirtel genannt wird. Dieser sorgt dann beim drehen der Spindel für die Balance. Die meisten Spindeln haben außerdem einen Haken, in dem der Faden dann eingehängt wird. Dieser kann auf deinen Seiten der Spindel sein und kennzeichnet die nach oben zeigende Seite. Beide Varianten sind üblich und funktionieren genau gleich.

Spindel mit Anfangsfaden
Zunächst befestigst du einen Anfangsfaden an der Spindel (irgendeinen Wollrest) indem du ihn unter dem Wirtel festknotest, zwei- bis dreimal um den Stab wickelst und abschließend an den Haken hängst. Es sollte noch ein Stück Faden abstehen und an dessen Ende knotest du eine Schlaufe (s. Bild). Wenn du den Faden nun am Ende in einer Hand hältst, so dass die Spindel gerade herunterhängt, hast du die Ausgangssituation fürs Spinnen. Mit der anderen Hand nimmst du nun deine Fasern und ziehst ein Ende durch die Schlaufe.
Jetzt kann es losgehen. Mit der einen Hand drehst du nun die Spindel an indem du ihr einen Anstoß gibst, halte dabei mit deiner zweiten Hand den Faden gut fest, damit der Drall der Spindel nicht sofort in deine Fasern wandert. Nachdem sich die Spindel ein paar Sekunden gedreht hat stoppst du sie und klemmst sie dir zwischen die Beine oder unter die Arme, hauptsache die Spindel kann sich nicht weiter drehen. Den Drall den du ihr gerade gegeben hast befindet sich jetzt auf deinem Anfangsfaden. Wenn du jetzt ein paar Fasern aus der Wolle ausziehst und den Drall auf diese Fasern wandern lässt, verdrehen sie sich zu einem Faden. Das Ausziehen widerholst du so lange, bis kein Drall mehr da ist. Dann drehst du die Spindel wieder u.s.w. Wichtig ist, dass du die Spindel immer in die gleiche Richtung drehst.

Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Am Anfang wird es dir sicher noch nicht so gut gelingen und dein Faden wird sehr ungleichmäßig oder knubbelig, aber das ist eine Übungssache.
iederholst du so lange, bis zu merkst, dass kein Drall mehr vorhanden ist. Dann drehst du die Spindel wieder an und wiederholst alle Arbeitsschritte.Wird der Faden zu lang wird es Zeit ihn auf der Spindel aufzuwickeln, danach geht es normal weiter.
Später, wenn du geschickter im Umgang mit der Handspindel geworden bist, kannst du auch spinnen ohne die Spindel zwischendrin zu stoppen.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen!
Eure Seidenraupe

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